Magento Update

Was ist ein Update?

Egal, ob E-Commerce oder andere Systeme – jede Software hat ihre Bugs. Denn fehlerfreie Software gibt es nicht. Mit Software-Updates werden ganz allgemein gesprochen diese Fehler im Idealfall behoben; leider kommen dadurch häufig auch wieder neue dazu, weshalb stetige Updates notwendig werden.

Warum Magento Updates?

Wenn man sich die einzelnen Release Notes anschaut (inkl. Security Patches), ist es selbsterklärend, was ein Update beinhaltet. Release Notes sind umfangreich, betreffen viele Bereich im Shopsystem – z. B. integrierte Zahlungsanbieter wie Paypal – und sind eine Kombination aus Bug Fixes und Features. Die von Magento 1 oder Magento 2 bereitgestellten Security Updates empfiehlt es sich stets zeitnah durchzuführen.

Neben einem Update der aktuellen Magento Version sind auch die Updates von Dritt-Modulen wichtig sowie Updates der angebundenen Dritt-Systeme, die eventuell auch Auswirkung auf den Magento Shop haben können. Zusätzlich sind Serversoftware und Infrastruktur zu berücksichtigen, die ebenfalls regelmäßig upgedatet werden müssen bzw. teilweise bereits vom Hoster automatisiert upgedatet werden.

Magento Update und Security Patch

Was ist der Unterschied?

Patch

Ein Patch enthält in der Regel „nur“ Bugfixes zur Lösung eines gefundenen Software-Fehlers. Ein Security Patch schließt somit eine identifizierte Sicherheitslücke. Daher sollten Security Patches schnellstmöglich eingespielt werden – es sei denn, sie schließen eine Sicherheitslücke in einem Bereich, der im Shop gar nicht genutzt wird. Weil Patches aber grundsätzlich aufeinander aufbauen ist es sinnvoll, jedes Sicherheits-Patch zu implementieren, um einem späteren möglichen Mehraufwand vorzubeugen.

Update

Sind in einem Patch neben Bugfixes auch neue Funktionen enthalten, spricht man von einem Update. Seit der Magento 2.3.3 Version sind Sicherheits-Patches und Releases getrennt. Das hat für Shop-Betreiber den großen Vorteil, dass sie bis zum End-of-Life-Termin von M 2.3 theoretisch nur noch die Sicherheits-Patches installieren müssen – allerdings könnten Sie dann auch keine neuen Features in Ihrem Shop nutzen.

Die Update Hölle - Verhaltesempfehlung

Muss ich jedes Update einspielen?

Pauschal ist diese Frage nicht zu beantworten. Magento bietet zwar regelmäßig Updates und neue Security Patches an, ob es jedoch sinnvoll ist, diese zu installieren, lässt sich am besten aus der Historie heraus erklären.
Dank einer weltweit aktiven Community wurde und wird Magento kontinuierlich weiterentwickelt. Als wir mit unserer Manufaktur durchgestartet sind, liefen noch viele Shops unserer Kunden mit der Version 1.4, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits 1.7 State oft the art war. Damals war das Update von 1.4 auf 1.7 ein echter Meilenstein in punkto Funktionalität. Im November 2014 gab es mit 1.9 das letzte Update für Magento 1 mit einem End-of-Life-Termin im Juni 2020.
End-of-Life-Versionen sollten generell ausgetauscht werden, da für diese Versionen keine Sicherheits-Patches mehr bereitgestellt werden! Einen Versionssprung von beispielweise 2.2.X auf 2.3.0 empfehlen wir in der Regel nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt, auf die stabileren Nachfolgerversionen 2.3.1 oder 2.3.2 zu warten. Diese sollten dann am besten vor dem tatsächlichen Produktivbetrieb in einer separaten Release Update Instanz ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft werden.
Wir empfehlen, Releases in den „minor Versionen“ – z. B. 2.3.1 auf 2.3.2 – zeitnah durchzuführen. Ebenso sollten Security Patches unmittelbar nach Bekanntgabe implementiert werden, weil darin oft dokumentierte Sicherheitslücken behoben sind.

Das große Unbekannte – Update Magento 2

Häufig spricht man der Einfachheit halber von „Magento 1“ und „Magento 2“ – wir auch. Aber genau genommen ist die Bezeichnung „Magento 2“ irreführend, da Magento 2 und Magento 1 zwei völlig verschiedene Systeme sind. Denn M2 hat eine komplett eigenständige Architektur. Von daher wäre die Bezeichnung Magento X oder ein völlig anderer Name treffender.
Bei M2 gab es erst eine API, um die dann ein Shop-System gebaut wurde. Deshalb ist diese Version auch wesentlich performanter. Bei M1 war es genau umgekehrt: Es gab zuerst das Shop-System, dann eine API – wobei von einer API zu sprechen wäre schon fast falsch, da diese noch sehr rudimentär war.

Aus diesen Gründen ist ein Wechsel von M1 auf M2 kein wirkliches Update, sondern vom Aufwand her eher ein vollkommener Neubau, weil

  • das Layout-Template nicht übernommen werden kann
  • Module nicht übernommen werden können
  • eine Datenmigration zwar möglich, aber mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, da sich z. B. Attributverknüpfungen gänzlich geändert haben. Dadurch ist kein einfacher Export der Produktdaten aus M1 und Import in M2 realisierbar.

Für wen ist ein Upgrade von M1 auf M2 sinnvoll?

Magento 1 war und ist auch für kleinere Shops gut handelbar. Sich jetzt allerdings noch für M1 zu entscheiden, ist sicherlich nicht ratsam, da der End-of-Life-Termin im Juni 2020 schon in Reichweite ist. Danach wird es keinen offiziellen Support mehr seitens Magento geben. Das übernehmen dann ausschließlich freie Anbieter.
Magento 2 ist wesentlich komplexer als Magento 1, verfügt über mehr Frameworks und erfordert mehr Programmierkenntnisse. M2 benötigt einen weitaus höheren Initialaufwand als M1 und ist aufgrund seiner Komplexität deutlich wartungsintensiver, was zu höheren laufende Kosten führt. M2 rechnet sich daher nur für mittelgroße bis große Shops. Wir empfehlen Magento 2 vor allem für Shops, in denen viele Daten über die API gepflegt und ausgetauscht werden. Sowie für Shops, die skalierbar bleiben möchten und eine B2B-Funktionalität haben. Wer einfach nur einen Shop in einem geschlossenen System ohne Anbindung betreiben möchte, sollte sich für ein kleineres und vor allem günstigeres Shop-System entscheiden.

Wie lange dauert ein Upgrade und was kostet das?

Auf diese Fragen würden wir Ihnen auch gerne verbindliche Antworten geben – können wir aber nicht. Denn es kommt immer auf dem Umfang und somit auf den Arbeitsaufwand insgesamt an: Wir haben schon in 4 Wochen einen Magento 2 Shop erstellt – allerdings haben wir auch schon 6 Monate dafür benötigt. Sie sehen, die Zeitspanne ist enorm und hängt auch immer von der Mitarbeit des Kunden ab. Erst innerhalb der Konzeptphase lässt sich ein genaueres Budget definieren.

Die Erstellung eines „Minimum Viable Products“ für den Relaunch hat sich in unserem Arbeitsalltag sehr bewährt. Auf der Basis können wir dann den Shop Step by Step weiterentwickeln. In dieser Phase werden z. B. Fragen geklärt, ob Funktionen des jetzigen Shops zwingend notwendig sind, welche Funktionen gar nicht genutzt werden oder ob es ggf. eine einfachere Lösung für die Schnittstellenfunktion gibt. Denn bei einem Upgrade sollte die Funktionalität im Hinblick auf die Gesamt-Performance immer hinterfragt werden.
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"Wir haben unseren hauseigenen Magento Shop Refactoring-Life-Cycle entwickelt! Regelmäßiges Monitoring, Updates, Fehlerkorrekturen und ein automatisiertes Testverfahren erleichtern die Feature-Entwicklung und optimieren die Shop-Performance." (Andreas Mautz, CTO)
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