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PMI-ACP®-Prüfung gibt neue Impulse

Die Zertifizierung ist für uns eine gute Grundlage, unser Know-how über agiles Projektmanagement methodenübergreifen aufzufrischen und neues Wissen zu erwerben.

Aufgrund unserer Agenturhistorie ist eine reine Scrum-Zertifizierung für unsere Arbeitsweise nicht zielführend. Scrum-Techniken nutzen wir deshalb nur partiell. Einen weiter gefassten Blickwinkel erlaubt uns die PMI-ACP®-Zertifizierung, die immer wieder neue Anregungen liefert und uns bewährte Arbeitsprozesse hinterfragen lässt. Voraussetzungen für die Teilnahme an einer PMI-ACP®-Prüfung sind ein abgeschlossenes Studium sowie 1.500 Stunden Erfahrungen im agilen Projektmanagement und 2.000 Stunden Erfahrungen im klassischen Projektmanagement. Auf dieser Basis kann besonders vor dem Hintergrund vorhandener Praxis ein ganz neues theoretisches Level erreicht werden.

Intensive Vorbereitung ist alles

Zur Prüfungsvorbereitung sind 21 Kontaktstunden erforderlich. Diese können über Webinare oder Präsenzkurse angesammelt werden. Ich selber habe mich für einen Präsenzkurs in München entschieden. Insgesamt war der Kurs gut, ich hätte mir neben der intensiven Ausführung über den Nutzen der PMI® jedoch etwas mehr Praxis gewünscht – aber das gehört nun mal dazu. Zur weiteren Vorbereitung des Kurses erhielten wir das Buch „PMI-ACP Exam Prep“ von Mike Griffiths. Diese Lektüre habe ich vollständig durchgearbeitet und die Fragen gleich zweimal beantwortet. Darüber hinaus habe ich die Kursunterlagen wiederholt gelesen und zusätzlich rund 400 weitere kostenfreie Testfragen im Internet beantwortet.

Was bringt die Zertifizierung für unsere Agenturpraxis?

Im Rahmen der Zertifizierung habe ich versucht weitere Ansätze mitzunehmen. Mit deren Hilfe möchte ich Kunden abholen, die noch nicht in der agilen Arbeitswelt angekommen sind. Agile Planung, Sprints oder Iterationen, Refactoring – das sind Begrifflichkeiten, nach denen sich manche Kunden erst gar nicht zu fragen trauen. Doch gerade beim Projektstart ist es extrem wichtig, eine Vertrauensbasis zum Kunden aufzubauen. Auch im Bereich des Stakeholder Engagements bieten Projekte immer wieder Lernfelder, da der Arbeitsalltag des Kunden oftmals sehr ausgebucht ist. Hier unterstützen wir mit unserem ganzen Know-how, um gemeinsam bestmögliche Projektergebnisse zu erzielen.


PMI-ACP® gliedert das agile Projektmanagement in 7 Domains

1. Agile Principles and Mindsets
Agile Prinzipien und Denkweisen werden verinnerlicht und angewendet.
2. Value Driven Delivery
Der Kunde erhält hochwertige Funktionen mittels frühzeitiger und häufiger Zwischenergebnisse.
3. Stakeholder Engagement
Wichtig ist es, die richtigen Stakeholder zu identifizieren und während des Projektes entsprechend einzubeziehen. Vertraglich wird oft mit agilen Verträgen, z.B. Time & Material gearbeitet. Das heißt, es wird nach vereinbarten Stundensätzen und Terminen entsprechend der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit abgerechnet.
4. Team Performance
Ein selbstorganisiertes Team benötigt eine Atmosphäre von Vertrauen. Lernen und Zusammenarbeit sind zudem unabdingbar für gute Konfliktlösungen.
5. Adaptive Planning
In der agilen Projektplanung wird eine Grobplanung mit nachfolgender Detailplanung pro Iteration erstellt.
6. Problem Detection and Resolution
Probleme, Hindernisse und Risiken werden ständig identifiziert und aufgelöst.
7. Continuous Improvement
Qualität, Effektivität, Produktwert, Prozesse und Teamstrukturen werden kontinuierlich verbessert.

Umfangreiche Prüfungsfragen aus allen Perspektiven

Die Prüfung selber ist in Deutschland nach aktuellem Stand nur in Frankfurt, Berlin und Hamburg möglich. Ich habe das Testcenter in Frankfurt gewählt. Nach vorheriger Online-Anmeldung sollte man circa 15 Minuten vor Prüfungsbeginn vor Ort sein. Zur Registrierung braucht man nur seinen Ausweis. In den Prüfungsraum darf nichts mitgenommen werden, es gibt draußen bewachte Spinde. Man erhält vorab Ohropax, Stift, Taschenrechner und ein Blatt Papier, und los geht’s.
Zu beantworten sind 120 Fragen in drei Stunden – ein sportliches Programm also. 100 davon sind prüfungsrelevant, 20 sind Testfragen. Genaues Lesen ist gefragt, denn die Fragen umfassen meist mehr als drei Textzeilen. Auch die Antworten bestehen oft aus ganzen Sätzen. Leider konnte ich häufig nicht genau erkennen, aus welcher Perspektive die Frage zu verstehen war. Das hat mich oft straucheln lassen.
In den Testfragen war sehr genau zu erkennen, ob die Frage aus Sicht eines PO in Scrum, eines generellen Projektmanagers oder eines Stakeholders gestellt war. Ein „Agile Practitioner“ kann letztendlich alles sein. Daher ist es wirklich wichtig, die agile Arbeitsweise grundsätzlich zu verstehen und zu verinnerlichen. Einfach nur „learn by hard“ reicht für die Prüfung nicht.

Auch nach der Zertifizierung am Ball bleiben

Die Prüfungsergebnisse werden schließlich auf die sieben Domains des agilen Projektmanagements aufgeteilt. Die Zertifizierung selber behält ihre Gültigkeit für drei Jahre. In diesen drei Jahren muss man eine gewisse Anzahl an „Points“ erzielen, dann wird das Zertifikat um drei weitere Jahre verlängert. Im Rahmen des PMI® ist es wichtig, sich auch nach bestandener Prüfung ständig mit den agilen Methoden zu beschäftigen.